Politischer Sitzweil: Voll derbleckt

Veröffentlicht am 03.04.2015 in Presse

Bruder Barnabas, alias Rainer Fischer, nahm Politiker auf die Schippe

CSU im Nebenzimmer nicht vor Bruder Barnabas’ Sticheleien gefeit

Deftig war nicht nur die hausgemachte Kartoffelsuppe von Wirtin Maria Käß, sondern auch, was Rainer Fischer zu sagen hatte. Abordnungen nahezu aller SPD-Ortsvereine des Landkreises füllten den Saal der Zoiglstube „Zum Rechersimer“ bei der politischen Sitzweil des SPD-Kreisverbandes. Der Kreisvorsitzende und Kreis-Fraktionssprecher aus Waldsassen schlüpfte in die Rolle des Fastenpredigers.
Nach beschwingten Klängen von Thomas Kiesling (Klarinette, Saxofon) und Wolfgang Lell (Akkordeon) trat Rainer Fischer als Bruder Barnabas in Aktion. Natürlich blieb in seinen Reimen nicht unerwähnt, dass sich die CSU im Nachbarraum bei der Josefi-Feier Rindfleisch mit Kren auftischen ließ. Dazu reimte er: „Pflegt ihr nicht mal zur Fastenzeit Konsumverzicht, Bescheidenheit? Dort wo heut‘ wahre Christen sind, gibt’s Suppe – und nicht Fleisch vom Rind.“

Der Mindestlohn, das neue Buch von Peer Steinbrück, die Verwandtenaffäre von Georg Schmid, Attrappen als Bordkanonen bei der Bundeswehr, die Modellautoaffäre der Haderthauers, die Griechenland-Krise und nicht zuletzt die von Minister Söder verkündete Behördenverlagerung (Kasten) beleuchtete er in Versform.

Stellvertretender Kreisvorsitzender Uli Roth gab einen kurzen Bericht zur Arbeit der SPD-Kreistagsfraktion ab. Er hob insbesondere die Besuche bei Siemens Health Care in Kemnath, den Gemeindebesuch in Ebnath, den Info-Besuch am Freizeithugl in Groß- büchlberg und die jüngst erfolgte Zusammenkunft mit der Wunsiedler SPD-Kreistagsfraktion hervor. Hier sei es gemeinsames Ziel, über den Verkehrsverbund des VGN eine bessere wechselseitige Anbindung der Region an die Metropolregion Nürnberg zu erreichen.

Er bat die Ortsvereine, beim Werben um Neumitglieder nicht nachzulassen. Nicht zuletzt ließen viele aktuelle bundespolitische Themen wie Mindestlohn oder abschlagsfreie Rente nach 45 Beitragsjahren eine klare SPD-Handschrift erkennen.

Sebastian Roloff aus Regensburg, langjähriger Juso-Bezirksvorsitzender und derzeit IG-Metall-Jurist, meinte, dass es besser gelingen müsse, die bundespolitischen Erfolge der SPD auch in Wählerstimmen umzumünzen. Hier habe die Partei noch ein Defizit. Zum Dank und Abschluss überreichten Kreisrätin Brigitte Scharf und Uli Roth Fastenprediger Rainer Fischer einen frühlingshaften Blumengruß und ein „rotes Getränk“

Zitate von Bruder Barnabas

■ „Dem Söder ist sie zu verdanken, die Haftanstalt in Oberfranken. Marktredwitz hat wohl Grund zum Feiern, bekommt jetzt Zuzug aus ganz Bayern.“ „Das Ausbluten so zu stoppen, die Idee ist nicht zu toppen: Blieb früher oft nur kurz der Gast, hält er sich länger nun im Knast.“ (Zur Behördenverlagung nach Marktredwitz)

■ „Von der Leyen, Merkels Puppe, führt nun eine stolze Truppe. Soldaten müssen nicht mehr warten auf Teilzeitarbeit, Kindergarten, denn Ursula hat‘s rasch gerichtet, auf Anderes dabei jedoch verzichtet. Der neue Panzer – eine Wucht, doch wird geschimpft, auch mal geflucht, denn leider fehlt – ist nicht ganz ohne, ein Detail, die Bordkanone.“ (Über die Attrappen bei der Bundeswehr) 

 

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