SPD-Kreistagsfraktion besucht Fockenfeld

Veröffentlicht am 05.08.2022 in Allgemein

800 €-Geldspende zu Gunsten der Ukraine-Flüchtlingshilfe

Die SPD-Kreistagsfraktion besuchte die Unterkunft für die Ukraine-Flüchtlinge in Fockenfeld, um sich ein eigenes Bild von der aktuellen Lage zu machen. Geführt wurden die Kreisrätinnen und Kreisräte von Wolfgang Rosner, der für das BRK als ehrenamtlicher Leiter und Ansprechpartner in der Einrichtung tätig ist und Regina Kestel, die als Juristin am Landratsamt dienstlich mit der Unterbringung der Ukraine-Flüchtlinge befasst ist.

Rosner begann seine Erläuterungen mit den Belegungszahlen: aktuell befinden sich 132 Personen im Alter zwischen 0 und 75 Jahren in Fockenfeld, damit sei die Einrichtung gut belegt, die maximale Kapazität läge bei 175 Bewohnern. Frau Kestel wusste zu berichten, dass seit Kriegsausbruch in der Ukraine schon 460 Flüchtlinge aufgenommen wurden, wovon 163 Personen inzwischen im Landkreis "verteilt" sind, 162 hätten den Landkreis schon wieder verlassen. Durch den Wechsel des Rechtskreises gelten seit 1. Juni die Hartz-IV-Richtlinien auch für Ukraine-Flüchtlinge. Dadurch sollten sich die Ukraine-Flüchtlinge eigenständig Wohnungen im Landkreis suchen. Hier appellierte Frau Kestel dringend an die Bevölkerung, dezentralen Wohnraum zur Verfügung zu stellen. Wer hier ein Angebot machen könne, kann sich entweder direkt in Fockenfeld ans BRK wenden oder auch mit dem Landratsamt Kontakt aufnehmen.

Insgesamt wurde bei der Besichtigung der Einrichtung deutlich, dass Fockenfeld für die Geflüchteten den großen Vorteil bietet, dass bei der Unterkunft gegenüber anderen Sammelunterkünften zum Beispiel in Turnhallen mehr Privatsphäre für die Bewohner gegeben sei. Wolfgang Rosner wusste zu berichten, dass das Ehrenamt sehr stark gefragt sei. Die Betreuung durch das BRK erfordere viel Einsatz von allen Ehrenamtlichen: bei der Versorgung größerer und kleinerer Wehwehchen, den Corona-Schnelltests, die sicherheitshalber immer noch durchgeführt werden und bei der täglichen Verpflegung. Wer sich hier selbst ehrenamtlich einbringen und helfen möchte, kann sich ebenfalls - auch ohne BRK-Mitgliedschaft - gerne melden. Hier werde jede helfende Hand gebraucht, auch für die Übernahme von Fahrdiensten.

Um eine möglichst schnelle Integration der Geflüchteten zu gewährleisten ist die Caritas mit Migrationsberaterin Lilia Pioch und der Landkreis mit dem Integrationslotsen David Runschke vor Ort ansprechbar.

Mit einem kurzen Blick in den Speisesaal, die zur Verfügung stehende Turnhalle und ein leer stehendes Zimmer endete für die SPD-Kommunalpolitiker die sehr eindrucksvolle Besichtigung.

Fraktionssprecher Uli Roth dankte im Namen der gesamten SPD-Kreistagsfraktion für die geleistete Arbeit und drückte seine Anerkennung aus. Die SPDler waren aber nicht mit leeren Händen gekommen. Sie überreichten an Wolfgang Rosner zur Linderung punktueller materieller Not ein Kuvert mit 800 Euro Spendengeld. Hier spendete jeder SPD-Kreisrat 50 Euro, aufgestockt wurde der Betrag durch einen Anteil des SPD-Kreisverbandes und des SPD-Ortsvereins Konnersreuth, der durch Wolfgang Pötzl und Markus Wenisch als örtliche Vertreter repräsentiert wurde.

Roth dankte im Namen seiner Fraktion für die Möglichkeit des Besuchs und unterstrich, dass von dem Besuch der Appell an die Bevölkerung ausgehen soll, wo möglich freie Wohnungen zur Verfügung zu stellen. Gesucht wären auch Dolmetscher.

Markus Wenisch, der 1. Vorsitzende des SPD-Ortsvereins Konnersreuth konnte berichten, dass er bei sich zu Hause für mehr als 3 Monate eine 4-köpfige ukrainische Familie - "quasi wie in einer WG" - aufgenommen hatte. Dies sei zwar für seine ganze Familie eine persönliche Herausforderung gewesen, so Wenisch, er habe aber einen sehr guten Eindruck von den hilfesuchenden Menschen gewonnen.

 

Bild (den): Spendenübergabe nach der Besichtigung der Einrichtung

v.l.n.r Wolfgang Pötzl (OV Konnersreuth, Marktrat und Fraktionssprecher), BGM und Kreisrat Peter König (Neusorg), Markus Wenisch (OV Konnersreuth, 1. Vorsitzender), Hans Brandl (2. BGM und Kreisrat, Mitterteich), Frau Regina Kestel (Juristin am LRA TIR), Wolfgang Rosner (BRK, ehrenamtlicher Einrichtungsleiter), Uli Roth (Fraktionssprecher, Kreisvorsitzender, Krummennaab), Brigitte Scharf (Bezirksrätin, Kreisrätin, Erbendorf), Karl Georg Haubelt (stellv. Kreisvorsitzender, Wiesau), Thomas Döhler (Kreisrat, Pechbrunn)

 

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